Bremer Friedensforum

Pressemitteilung 06.06.2008

Mitarbeit der Bundeswehr in einer KZ-Gedenkstätte unerträglich

BREMEN. In der KZ-Gedenkstätte Neuengamme ist seit über zehn Jahren ein Team von Museumspädagoginnen und -pädagogen in freier Mitarbeit tätig. Diesem Team gehört jetzt auch ein Berufssoldat der Bundeswehr an. Das wird von den bisherigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als äußerst bedenklich betrachtet. Eine Diskussion darüber wird von den Verantwortlichen abgelehnt. Einer der Mitarbeiter weigert sich deswegen, weiterhin selbst Bundeswehrgruppen pädagogisch zu betreuen. Daraufhin wurde auf seine Mitarbeit verzichtet.

Zu den Vorgängen in Neuengamme erklärt das Bremer Friedensforum:

"Das Bremer Friedensforum sieht in der Einstellung eines Berufssoldaten für die pädagogische Betreuung in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme einen weiteren Schritt auf dem Weg der zunehmenden Militarisierung des öffentlichen Lebens. Wer solche Entscheidungen trifft, wird in Zukunft auch die Einstellung von Berufssoldaten als Lehrer in öffentlichen Schulen fordern. Darüber hinaus ist die Einstellung eines Berufssoldaten in einer KZ-Gedenkstätte unerträglich, da die Bundeswehrführung keine Skrupel kennt, wenn Bundeswehrsoldaten mit Veteranen der Nazi-Wehrmacht gemeinsame Gedenkfeiern abhalten, zum Beispiel jährlich in Mittenwald. Deren Veteranen gehörten der berüchtigten 1. Gebirgsdivision an, die 1943 in Griechenland 5200 italienische Kriegsgefangene ermordet und 207 Dörfer dem Erdboden gleichgemacht hat. Das Bremer Friedensforum weist darauf hin, dass die KZ-Gedenkstätte in Neuengamme auch für Bremen von großer Bedeutung ist, da es hier mehrere Nebenlager dieses KZs gab, unter anderem in Farge, deren Häftlinge am Bau des U-Boot-Bunkers arbeiten mussten. Das Bremer Friedensforum fordert von der verantwortlichen Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg die sofortige Beendigung der Mitarbeit des Berufssoldaten in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme und dass sie den Verzicht auf die Mitarbeit eines bisherigen Museumspädagogen rückgängig macht."

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