Bremer Friedensforum

den 21.5.2007

Pressemitteilung

Bremer Friedensforum fordert Beendigung des militärischen Engagements in Afghanistan

Bremen. "Es sind nicht die ersten Bundeswehrsoldaten, die in Afghanistan ihr Leben lassen mussten. Es sollten aber die letzten gewesen sein", sagte der Sprecher des Bremer Friedensforums, Ekkehard Lentz, in einer Reaktion auf den Tod von drei Soldaten nach dem Anschlag in Kundus.

Der Tod der jungen Menschen wäre vermeidbar gewesen. Die Bundesregierung und die Koalitionsfraktionen im Deutschen Bundestag tragen die Verantwortung für den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan. Noch im März hat der Bundestag gegen den Rat zahlreicher humanitärer Organisationen und gegen den Protest der Friedensbewegung den Einsatz zusätzlicher Tornado-Flugzeuge beschlossen.

Minister Franz Josef Jung hat mehrfach darauf hingewiesen, dass der Einsatz nicht ohne Risiko für die Soldaten sei. Wenn derselbe Minister auf den jüngsten Anschlag mit einem trotzigen "Weiter so" reagiert, handelt er schlicht fahrlässig und nimmt bewusst weitere Opfer in Kauf.

Viele Gründe sprechen für eine sofortige Beendigung des Krieges. Afghanistan ist heute von demokratischen Verhältnissen ähnlich weit entfernt wie vor fünf Jahren. Der versprochene zivile Wiederaufbau des Landes kann nicht gelingen, weil seit 2002 in Afghanistan 85 Milliarden Dollar für Militärmaßnahmen, dagegen nur 7,5 Mrd. Dollar für den zivilen Wiederaufbau eingesetzt wurden. Diese Mittel konzentrierten sich fast ausschließlich auf die Hauptstadt Kabul. Eine Fortsetzung des Krieges - mit noch so verbesserter Ausrüstung und vergrößerter Heeresstärke - wird kein anderes Ergebnis haben als der Krieg der Sowjetarmee in den 80er Jahren: Sie musste - trotz überlegenem Einsatz von modernen Waffen und Luftaufklärung - sich schließlich geschlagen zurückziehen und den Taliban das Feld überlassen.

Das Bremer Friedensforum fordert die Beendigung des militärischen Einsatzes in Afghanistan. Deutschland wäre gut beraten, in den Gebieten, wo dies möglich ist, ausschließlich humanitäre, wirtschaftliche und soziale Projekte zu fördern.

 

___________________________________
Bremer Friedensforum
Villa Ichon
Goetheplatz 4
28203 Bremen
(0421) 3 96 18 92 (Ekkehard Lentz)
6 44 14 70 (Hartmut Drewes)
35 58 16 (Eva Böller/Ernst Busche)
4 34 18 52 (Barbara Heller)
www.bremerfriedensforum.de