den 13. April 2007

Pressemitteilung

Friedensforum kritisiert Grüne vor Bremer Parteitag

Bremen. Anlässlich des "Kleinen Parteitages" von Bündnis 90/Die Grünen am Samstag in Bremen fragt das Bremer Friedensforum in einem Offenen Brief an den hiesigen Landesverband, wohin sich die Partei entwickelt hat. "Es tut schon weh, erleben zu müssen, wie zum wiederholten Mal aus der Parteispitze und der Bundestagsfraktion die Friedensbewegung und die Ostermärsche eingeschätzt werden", erklärt Ekkehard Lentz, Sprecher des Friedensforums, zu den jüngsten Kritiken der Parteichefs Roth und Bütikofer: "Während zehntausende Menschen unseres Landes auf der Straße gegen Gewalt, Rüstung, Krieg und für eine bessere Welt eintreten, wurde dieses Engagement als 'nicht mehr zeitgemäß', als 'Ritual' und manche Aufrufe als 'Armutszeugnis' bezeichnet."

Wer sich einmal auf den 'Kriegspfad' begeben habe, wer wie 1999 dem ersten grundgesetzwidrigen Kriegseinsatz der Bundesrepublik zustimmte, dem falle heute die Zustimmung zur Tornado-Entsendung nach Afghanistan nicht sehr schwer, so Lentz. Das Bremer Friedensforum bekräftigt seine Ansicht, dass die Probleme der Welt, gleichgültig ob in Afghanistan, Irak, Iran, Somalia oder Kongo, nicht mit militärischen Mitteln gelöst werden können: "Es bedarf stattdessen gewaltiger ziviler, politischer, wirtschaftlicher und sozialer Anstrengungen, die Welt vor dem Abgrund zu bewahren."

Der Ostermarschbewegung und damit der deutschen Friedensbewegung 'Unzeitgemäßheit' zu bescheinigen und zum wiederholten Male einen Totenschein auszustellen, erwies sich wieder einmal als voreilig. Die jüngste 'Grüne Friedens-Initiative' einer Reihe grüner Politiker/innen in Richtung Parteispitze gegen die zurzeit dominierende militärpolitische Ausrichtung der Grünen, erfüllt die Aktiven des Bremer Friedensforums jedoch mit der Hoffnung, dass doch noch nicht alle friedenspolitischen Wurzeln der Grünen verdorrt sind.

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