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den 22. Mai 2006

Presseinformation

Rabbiner aus Jerusalem beim Bremer Friedensforum:
Ein Staat für Juden und Palästinenser

Bremen. Jeremy Milgrom, Rabbiner in Jerusalem, hat eine politische Vision: die Partnerschaft zwischen Israelis und Palästinensern. Auf Einladung des Internationalen Versöhnungsbundes und des Bremer Friedensforums sprach er in der evangelischen Zionsgemeinde. Milgrom kam als 15-Jähriger aus den USA nach Israel und arbeitet dort in der Friedensbewegung mit. Zur Zeit ist er besonders aktiv bei der "Allianz für Wiederaufbau", die Häuser und Leben in Gaza und der Westbank wieder herstellt, und bei der 1988 gegründeten Menschenrechtsorganisation "Rabbis für Menschenrechte", die Hauszerstörungen und Vertreibungen verhindern möchte.

"Durch den Staat Israel", so Milgrom, "habe sich das Judentum in den letzten fünfzig Jahren verändert. Judentum und Nationalismus hätten sich miteinander vermischt. Dadurch sei die Bevölkerung des Landes in zwei Gesellschaften gespalten, in die jüdische und palästinensische. Darüber hinaus habe die israelische Besatzung und Besiedlung des Palästinensergebietes nach 1967 einen Kolonialstatus geschaffen. Das alles und die Verhinderung der Rückkehr der palästinensischen Flüchtlinge in ihre Heimat blockiere einen Friedensprozess. Aus diesem Grunde müsse ohne Gewalt ein "Post-Kolonialismus" herbeigeführt werden.

Milgrom vertrat in seinen Ausführungen, die er mit Versen aus der Bibel begann, die These, dass es zwischen Israelis und Palästinensern nur zum Frieden kommen könne, wenn sie sich zu einem gemeinsamen Staat zusammenfänden. Ein Palästinenserstaat sei vielleicht ein Anfangsschritt, dürfe aber keine endgültige Lösung sein. Alles was auf eine strikte Trennung zwischen Palästinensern und Israelis hinauslaufe, lehnte er ab. Dazu gehöre auch, dass die palästinensischen Flüchtlinge zurückkehren können.

Für diese Ziele, so Milgrom, müsse sich auch Europa vom "Dogma eines jüdischen Staates" lösen. In der Aussprache hielten es mehrere Teilnehmer für notwendig, die Beziehungen mit den Friedengruppen in Israel und Palästina zu verstärken.

Jeremy Milgrom, Rabbiner in Jerusalem, sprach auf Einladung des Versöhnungsbundes und des Bremer Friedensforums in der Zionsgemeinde.