Bremer Friedensforum
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den 17. Oktober 2005

Pressemitteilung

Flüchtlingsdrama in Spanien und Marokko:
Friedensforum fordert vom Senat Appell an marokkanische Regierung

Das Bremer Friedensforum wendet sich in einem Offenen Brief an die Bremer Mitglieder des Europa-Parlaments, Karin Jöns und Dr. Helga Trüpel, mit der Bitte, darauf hinzuwirken, dass von Spanien aus keine weiteren Abschiebungen nach Marokko vorgenommen werden. Gleichzeitig fordert das Forum den Bremer Senat auf, über das hiesige marokkanische Konsulat an die Regierung in Rabat zu appellieren, die Deportationen der Flüchtlinge in die algerische Wüste unverzüglich einzustellen, die Menschenrechte zu achten und den Flüchtlingen ein Bleiberecht zu garantieren.

Die spanische Polizei vertreibt vor der Weltöffentlichkeit afrikanische Flüchtlinge nach Marokko. Marokkanische Sicherheitskräfte wiederum deportieren diese in ein algerisches Wüstengebiet. Die dort Ausgesetzten sind ohne Wasser und Lebensmittel. Es gab bisher Tote und Verletzte. Die meisten Flüchtlinge brechen in Richtung Europa auf, weil ihre Existenzgrundlagen zerstört werden oder weil sie sich vor Krieg, Diktatur oder sexistischer Verfolgung in Sicherheit bringen müssen. Diese Fluchtgründe haben nach Ansicht des Friedensforums auch mit deutschen Rüstungslieferungen zu tun, die teilweise über bremische Hafenanlagen abgewickelt werden.