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10. April 2004

Pressemitteilung

Am Leidensort ihres Vaters:
Ostermarsch-Rednerin Bärbel Schindler-Saefkow zu Gast in Oslebshausen

Bremen. Die Einladung des Bremer Friedensforums, auf dem Ostermarsch zu sprechen, führte die Historikerin Dr. Bärbel Schindler-Saefkow vom Deutschen Friedensrat zum ersten Mal in die Hansestadt. In Bremen war ihr Vater Anton Saefkow, Leiter einer Widerstandsgruppe in der NS-Zeit, vor 70 Jahren inhaftiert. An dem Gedenkstein neben dem Bürgerhaus Oslebshausen für die Menschen, die im Ortsteil unter dem Faschismus litten, legte die Berlinerin ein Gesteck mit einer Schleife nieder. „Anton Saefkow starb für ein soziales und friedliches Deutschland“.

Im Anschluss begrüßten Michael Kümmel und Hans-Joachim Kruse im Namen der Gefängnisleitung Bärbel Schindler-Saefkow in der Oslebshauser Justizvollzugsanstalt. 1934 war ihr Vater von Hamburg-Fuhlsbüttel nach Bremen verlegt worden. Die Haft im Zuchthaus Oslebshausen bedeutete für Anton Saefkow nach dem unmenschlichen Aufenthalt in Fuhlsbüttel zunächst eine große Erleichterung. Hier konnte er die Bücherei nutzen, lernte Stenographie und besuchte zwecks Kontaktaufnahmen den sonntäglichen Gottesdienst.

Als Saefkow 1939 entlassen wurde, schloss er sich dem Widerstand gegen die Naziherrschaft sofort wieder an. Das führte 1944 zur erneuten Festnahme und zur Verurteilung zum Tode. Für 5000 Mark von der Gestapo hatte ihn ein Freund verraten, den er einst in Oslebshausen kennen lernte.

„Die unerschrockene Haltung meiner Eltern – Mutter Aenne Saefkow war wegen ihres antifaschistischen Widerstandes im KZ Ravensbrück – hat mich darin bestärkt, den elterlichen Idealen zu folgen und in der Friedensbewegung zu arbeiten“, erläuterte Bärbel Schindler-Saefkow ihren Gastgebern vom Friedensforum.

Rede beim Ostermarsch

Foto im jpg-Format

Bildunterschrift:

Bärbel Schindler-Saefkow aus Berlin legte am Mahnmal neben dem Bürgerhaus Oslebshausen einen Kranz für ihren 1944 hingerichteten Vater nieder.
Begleitet wurde sie vom ehemaligen Oslebshauser Gemeindepastor Hartmut Drewes, Friedensforumssprecher Ekkehard Lentz, Jürgen Karbe, Bernd Ohms und Ernst Busche (von links).

 

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