Bremer Friedensforum
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22.12.2001

Presseerklärung

Friedensforum begrüßt Kritik der Kirchen an Rüstungsexport

Bremen. Das Bremer Friedensforum bestätigt die Sorge der Gemeinsamen Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE) um die unverändert hohen deutschen Rüstungsexporte und begrüßt die öffentliche Erklärung dazu. Die Ereignisse des 11. September und die daraus gefolgerten Militärschläge haben gezeigt, dass der Weg, mit Waffen Politik zu treiben, nicht zu mehr Sicherheit und internationaler Verständigung führt. In diesem Sinne hat gerade der Geschäftsführer des Diakonischen Werkes in Bremen Pastor Hans-Jürgen Wiesenbach erklärt, dass alle Menschen von Brot leben, von Waffen aber nur sehr wenige.

Das Bremer Friedensforum macht ergänzend auf die Ungleichheit in den Staatsausgaben für Militär und für Entwicklung aufmerksam. Es bemängelt nicht nur, dass die Ausgaben für Verteidigung im Haushalt 2002 erhöht, die für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung aber gesenkt worden sind, sondern dass die Ausgaben für Militär die für Entwicklung um das Siebenfache übersteigen. Nur einer der jetzt von Deutschland in Auftrag gegebenen 73 neuen Airbus-Militärtransportflugzeuge kostet 230 Mill. Mark, so viel wie "Brot für die Welt" und "Misereor" zusammen in ihrer letzten Aktion für Arme in den Entwicklungsländern gesammelt haben. Dabei hätten nach Prüfung des Bundesrechnungshofes 40 dieser Flugzeuge genügt. Die damit eingesparenen 7,6 Milliarden Mark könnten in einem Jahr den halben Fehlbedarf für die Grundbildung aller Kinder auf der Welt ausgleichen.

Der Sprecher des Friedensforums, Pastor i. R. Hartmut Drewes, bemerkt dazu, dass es für den Weg zum "Frieden auf Erden" sinnvoll ist, in die Entwicklungsländer statt Waffen und Truppen Hilfe zum Aufbau sozialer Grunddienste zu exportieren. „Das dient auch unserer eigenen Sicherheit.