Aktuelles

Stele erinnert in Bremen an NS-Terror gegen Kommunisten

Heinrich Hannover spricht bei Enthüllung deutliche Worte

Über hundertfünfzig Bremer Bürgerinnen und Bürger hatten sich in der Bremer Neustadt versammelt, um der Enthüllung einer Stele beizuwohnen, die an die Beschlagnahmung der Zentrale der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) für den Bezirk Nord-West 1933 erinnert. Das Haus wurde der SA übergeben. Diese nutzte das Gebäude u. a. für „Sonderbehandlungen“, das bedeutete, dass hier Gegner des Faschismus verhört und gefoltert wurden, insbesondere Kommunisten.

Es sprachen bei dieser Feier Heinrich Hannover, der später als Anwalt Kommunisten vor Gericht verteidigt hat, Jens Oppermann, Sprecher des Beirats Neustadt/Bremen und John Gerardu vom Verein „Erinnern für die Zukunft“ e.V., der der die Aufstellung einer Stele initiiert und mit organisiert hatte.

Peter Lüchinger von der Bremer Shakespeare Company las ein Wort von Martin Niemöller und Reinhart Lippelt vom Bremer Schnürschuh Theater Berichte von Zeitzeugen des damaligen Terrors.

Es moderierte die Veranstaltung Horst Otto, der die Veranstaltung wesentlich mit vorbereitet hatte.

Alle Redner waren sich einig, dass heute angesichts starker Rechtstendenzen in der Gesellschaft solche Erinnerungen höchst wichtig sind, um Menschen zu motivieren, dagegen Widerstand zu leisten.

Sehr deutliche Worte sprach Heinrich Hannover. Er wies darauf hin, dass die KPD vor 1933 gesagt hatte: „Wer Hitler wählt, wählt den Krieg“. Aber die Köpfe der meisten Deutschen „waren von antikommunistischer Propaganda vernagelt, und sie wählten Hitler, der sie in den Krieg führte und zu Mittätern des größten Massenmords der Menschheitsgeschichte machte.“ Er schloss seine Rede mit den Worten, dass die Stunde für nachfolgende Generationen schlagen wird, „sich zu entscheiden, ob sie lieber in die von den Machthabern der USA und ihren globalen Mitläufern angezettelten Kriege ziehen wollen, oder ob sie den Profiteuren der Kriege und ihren Wegbereitern den Kampf ansagen wollen.“

Er erhielt langanhaltenden Beifall.

Download der Rede von Heinrich Hannover

Text und Fotos: Hartmut Drewes; Foto von der Stele: Marion Pokorny-Otto

Erstellt am: 29.05.2016
Bilder:
00:15:54
Newsletter
Soziale Netzwerke