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Foto: Joachim Fischer

Bremer Gedenken zum „Internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerung“ am Seume-Denkmal

Am 15. Mai 2015, am „Internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerung“ gedachten in Bremen Vertreter des Bremer Friedensforums, der Deutsche Friedensgesellschaft (DFG/VK) und der Pusdorfer Friedensgruppe in einer Lesung am Seume-Denkmal des Schriftsteller Johann Gottfried Seume, der 1783 in Bremen desertiert war.

Am „Internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerung“ wird weltweit all jener Menschen gedacht, die sich geweigert haben und weigern, an Kriegen teilzunehmen. Der Gedenkstein an der Kleinen Weser erinnert nicht nur an den Schriftsteller der Spätaufklärung, sondern auch daran, dass ihm Bremer Bürger bei der Desertion geholfen haben. „Das war vorbildlich“, erklärte der Künstler und Autor Joachim „Bommel“ Fischer in seiner Funktion als Sprecher der Pusdorfer Friedensgruppe, „denn Deserteure streuen Sand in das Kriegsgetriebe und sind dafür oft an Leib und bedroht. Ihnen zu helfen, ist ebenso wie die Desertion selbst ein aktiver Friedensdienst.“ Die Friedensinitiativen forderten mit den von ihnen verteilten Handzetteln, Bremen solle Kriegsdienstverweigerern und Deserteuren in heutigen Kriegsgebieten helfen und ein Deserteursdenkmal aufstellen. Die Bundesregierung riefen sie auf, Desertion als Asylgrund anzuerkennen und sich weltweit für das Recht auf Kriegsdienstverweigerung einzusetzen.


Handzettel zur Lesung am Seume-Denkmal

Vorbildlich: Bremer Bürger helfen Deserteur

An der Kleinen Weser nahe der Wilhelm-Kaisen-Brücke steht ein Denkmal zu Ehren des Schriftstellers Johann Gottfried Seume (1763 – 1810). Es wurde 1864 aufgestellt und erinnert nicht nur an den Dichter der Spätaufklärung, sondern auch an dessen Desertion in Bremen und die Hilfe, die ihm durch Bremer Bürger dabei zuteil wurde.

Am 15. Mai wird der „Internationale Tag der Kriegsdienstverweigerung“ begangen. In vielen Ländern, darunter Israel und die Türkei, haben Menschen nicht die Möglichkeit, den Dienst an der Waffe zu verweigern. Wenn sie es versuchen, müssen sie Repressalien befürchten und werden nicht selten mit Haftstrafen belegt. 1987 erkannte die Vollversammlung der Vereinten Nationen (UN) das Recht zur Verweigerung des Kriegsdienstes als internationales Menschenrecht an. Seither kämpft die UN-Menschenrechtskommission um seine überprüfbare Anwendung und rechtsstaatliche Geltung, die in vielen Mitgliedsstaaten der UN nicht gewährleistet ist.

Deserteure streuen Sand in das Getriebe von Kriegen, sind dafür oft an Leib und Leben bedroht und müssen zumeist aus ihrem Heimatland fliehen. Ihnen zu helfen, ist ebenso ein aktiver Friedensdienst wie die Desertion selbst.

Wir fordern daher:

- einen Beschluss des Bremer Senats, Deserteure in Bremen aufzunehmen
- die Aufstellung eines Denkmals für Deserteure unserer Zeit auf der Altmannshöhe
- die Anerkennung der Desertion als Asylgrund
- den Einsatz der Bundesregierung für das Recht auf Kriegsdienstverweigerung auf internationaler Ebene.

Erstellt am: 17.05.2015
01:22:45
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