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Friedensdemo in Munster in der "Herzkammer des deutschen Militarismus"

Ein norddeutsches Bündnis von Friedensgruppen* hatte am 13. Mai nach Munster aufgerufen. Den Fokus auf das alltägliche Militär zu legen und den Blickwinkel vom Ukraine-Krieg auf die Auswirkungen auf die deutschen Militärstandorte zu lenken, war ein Ziel der Friedensdemonstration. Los ging es am Bahnhof Munster mit einer starken Rede von Rolf Becker. Munster liegt mitten in der am stärksten militarisierten Region Deutschlands zwischen Hamburg, Bremen und Hannover. Große militärische Einrichtungen liegen versteckt in Wäldern fern der großen Städte. Munster ist eine reine Militärstadt. Munster ist Deutschlands größter Bundeswehr-Heeresstandort.

Ein Zwischenstopp der Demonstration erfolgte vor dem Deutschen Panzermuseum, bei dem Barbara Heller vom Bremer Friedensforum die Aktualität von "Die Waffen nieder!" von Bertha von Suttner hervorhob.

Eine gute Dokumentation der Redebeiträge, hier können Sie die Beiträge hören:

https://radioflora.de/samstag-13-mai-munster-demo-im-herz-des-deutschen-militarismus/

Das Deutsche Panzermuseum in Munster kommentierte auf seiner Facebook-Seite: "Gestern fand in Munster eine Friedensdemonstration statt. Der Ort wurde ausgewählt, weil er für die Veranstalter:innen die "Herzkammer des deutschen Militarismus" darstellt: Da in der Region Rheinmetall, Bundeswehr und Panzermuseum angesiedelt sind, sei ein Dreiklang aus Produktion, Nutzung und Werbung für Kriegsgerät gegeben. Die ganze Veranstaltung lief freundlich und gewaltfrei ab..." Der Facebook-Account des Panzermuseums hat 88.000 Follower. Und auch bei Twitter (13.676 Follower) erschien ein Thread mit hohen "Einschaltquoten". Die Demo wurde damit auch in Kreisen wahrgenommen, in denen Friedensgruppen sonst nicht verkehren.

Zeitgleich zur Demo in Munster wurde bekannt: das bislang größte Rüstungspaket für die Ukraine. Die Bundesregierung will die Ukraine mit einem umfangreichen Rüstungspaket im Wert von mehr als 2,7 Milliarden Euro unterstützen. Während für die Kindergrundsicherung kein Geld da sein soll und ein Viertel der Viertklässler nicht richtig rechnen, lesen und schreiben kann, verdoppelt und verdreifacht die Bundesregierung binnen kürzester Zeit die Ausgaben für die Waffenlieferungen in die Ukraine: 2,7 Mrd € für Waffenlieferungen in einen Abnutzungskrieg, der Tod, Leid und Verwüstung vergrößern wird.

Das sinnlose Sterben soll weitergehen. Auch dafür trägt die Bundesregierung Mitverantwortung. "Deutsche Waffen, deutsches Geld, morden mit in aller Welt", diese Losung der Friedensbewegung schallte am 13. Mai mehrfach durch die Straßen der Militärstadt Munster.

"Verteidigungs"minister Pistorius sagte laut Tagesschau, dass ein Ende des Krieges noch nicht abzusehen sei. "Von daher wird Deutschland jede Hilfe leisten, die es leisten kann - as long as it takes", so der SPD-Politiker. Eine Vorlage für Scharfmacher wie den stellvertretenden CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Johann Wadephul, der dafür plädierte, den Einsatz deutscher Waffen auch gegen Ziele auf russischem Territorium zu erlauben. "Weder völkerrechtlich noch politisch gibt es eine Begründung dafür, warum die Ukraine nicht auch Ziele in Russland angreifen darf", sagte der Außenpolitiker dem Berliner "Tagesspiegel".

Dieser Eskalationsdynamik muss die Friedensbewegung weiter entschieden entgegentreten. Bereits zum Ostermarsch hatte zum Beispiel das Bremer Friedensforum statt einer Zeitenwende in Richtung Hochrüstung von der Bundesregierung den "Einsatz für einen sofortigen Waffenstillstand in der Ukraine" gefordert, um Friedensverhandlungen zu ermöglichen. Die Forderung "Keine Waffenlieferungen an kriegführende Staaten" bleibt aktueller denn je.

Dass die Arbeit der Friedensbewegung Früchte trägt, zeigen die neuesten Umfragen. Etwa 55 Prozent der deutschen Bevölkerung befürworten laut "Berliner Zeitung" in einer Umfrage, dass die Ukraine mit Russland um eine Friedenslösung verhandelt, damit der Krieg zu beendet wird. Das lässt hoffen.

Gegen Militarismus, Aufrüstung und Krieg! Diplomatie statt Eskalation! Diplomaten statt Granaten! Für Frieden und Klimaschutz!

Video von der Demo vom 13.05.2023. Dauer: ca. 1 Stunde

„Krieg beginnt hier! Demo in Munster am Heeresstandort, gegen Aufrüstung und für Frieden.“

Download: Flugblatt

Download: Rede Rolf Becker

Download: Redebeitrag Barbara Heller

* Aus Bremen hatten aufgerufen: AG Frieden und Antimilitarismus in Die Linke Bremen, DFG-VK, Aufstehen, Nordbremer Bürger gegen den Krieg, Bremer Friedensforum)
Erstellt am: 17.05.2023
Bilder:
09:53:00
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