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20 Jahre Friedenskundgebung in Bremen-Nord

Jeden Freitag treffen sich seit 2001 im Zentrum des Bremer Stadtteils Vegesack im nördlichen Bremen Menschen, um auf die Dringlichkeit des Friedens hinzuweisen. Jetzt am 12. November kamen zahlreiche Bürgerinnen und Bürger zum 986. Mal zusammen. Gerd-Rolf Rosenberger, der wesentliche Organisator, betonte, dass diese Friedenskundgebung in den vergangenen 20 Jahren nicht ein einziges Mal ausgefallen ist. Auch bei größter Hitze oder Kälte, auch bei Regen und Sturm fand die Veranstaltung statt. Als Hauptredner sprach der Generalsekretär der Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) Dr. Ulrich Schneider (Berlin). Er sagte, dass seine 1951 von Widerstandskämpfern gegen den deutschen Faschismus gegründete Organisation sich bis heute gegen Rassismus und Faschismus und für den Frieden einsetzt. Er wandte sich gegen die zunehmende Militarisierung der westlichen Länder, verbunden mit feindseliger Haltung gegenüber Russland und China. Pastor Volker Keller leitete die Kundgebung ein, Angela Vogelsang rezitierte ein Sonett auf Elsa Brandström und Hartmut Drewes sprach ein Grußwort des Bremer Friedensforum. Zu Beginn wie zum Abschluss wurde jeweils ein gemeinsames Lied gesungen. Am Ende wurde für ein Gesundheitsprojekt auf Kuba gesammelt.

Nachfolgend der Wortlaut des Grußwortes des Bremer Friedensforum:

Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde,

eure „Initiative Nordbremer Bürger gegen den Krieg“, begeht den Tatbestand, dass ihr seit 20 Jahren hier in Vegesack jeden Freitag eine Friedenskundgebung abhaltet. Zwanzig Jahre – dieses Alter nannten die alten Griechen „Akmé“, die Blüte des menschlichen Lebens. In diesem Alter befindet sich zumindest in biologischer Hinsicht der Mensch auf dem Höhepunkt seines Lebens. Das Bremer Friedensforum ist bereits doppelt so alt, und wenn man dieses Alter im Menschenleben bedenkt, so beginnt dann bereits das Klimakterium.

Aber was eure 20 Jahre darstellen, wird erst an der Zahl 689 deutlich. 689mal habt ihr euch in den zwanzig Jahren mit Plakaten und Transparenten hier aufgestellt, bei Wind und Wetter, bei Hitze und Kälte, auch beim Lärm und Abgasausstoß der Busse. Und nicht nur das: Ihr habt hier Unterschriften für Appelle gesammelt, so zum Beispiel für den Aufruf „Abrüsten statt aufrüsten“. Unterschriftensammeln ist ein sehr mühsames Geschäft. Es erfordert viel Mut, Menschen freundlich darauf anzusprechen. Es erfordert ebenso viel Kraft, dabeizubleiben und durchzuhalten.

Wir vom Bremer Friedensforum gratulieren euch zu dieser Leistung. Wir freuen uns auch darüber, dass es zwischen uns beste Beziehungen gibt. Oft nehmen auch Personen von euch aktiv an unserer Arbeit teil. Das ist auch eine Leistung. Ich war eineinhalb Jahre in Bremen-Blumenthal tätig. Das ist schon lange her. Aber ich weiß bis heute noch, was der lange Weg zur Bremer Innenstadt und der damit verbundene Zeitaufwand bedeuten. Außerdem begegnen wir uns selbstverständlich bei den jährlich stattfindenden großen Bremer Friedensaktionen, dem Ostermarsch, der Hiroshima-Mahnwache und dem Antikriegstag und darüber hinaus bei Sonderaktionen wie z.B. das Gedenken an den Überfall auf die Sowjetunion 1941.

Wir leben in der Welt mächtiger Konzerne und der damit verbundenen wachsenden Rüstung und Militärpotentiale mit ihren Feindbildern, besonders zu Russland und China. Es stände der deutschen Politik gut zu Gesicht, statt solche Feindbilder zu pflegen, weiter aufzurüsten und Militärmanöver in asiatischen Gewässern zu planen, so für das nächste Jahr, eine internationale Abrüstungskonferenz nach Berlin einzuberufen.

Wir haben nur eine kleine Kraft; aber - so klein wir sind -, wir sind notwendig, ja überlebensnotwendig, um auf diese gefährliche Situation, auf die Vorherrschaft des Militärpolitik, hinzuweisen, wie es schon Rosa Luxemburg 1900 getan hat, und entsprechende Forderungen zu stellen. Das wollen wir gemeinsam weiter tun.
Erstellt am: 14.11.2021
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17:55:00
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