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Gedenken an Überfall auf die Sowjetunion vor 80 Jahren

Bremer Kundgebung unter dem Motto: „Gemeinsam für Frieden“


Rund 500 Bremerinnen und Bremer hatten sich am 22. Juni zu einer Kundgebung auf dem Bremer Marktplatz eingefunden, um des Überfalls von Nazideutschland auf die Sowjetunion vor 80 Jahren zu gedenken.

Das „Bremer Bläserensemble“ leitete die Veranstaltung mit einem Stück des russischen Komponisten Nikolai A. Rimsky-Korsakow ein. Dann folgte eine Schweigeminute zu Ehren der 27 Millionen Toten. Alexander Kulitzky spielte ein Stück von Johann Sebastian Bach.

Hauptredner war der Historiker Peter Brandt (Berlin), ältester Sohn von Willy Brandt. Er sagte, dass wir uns in einem neuen Kalten Krieg befänden und sich das besonders auf das Verhältnis zu Russland auswirke. Die Entspannungspolitik der 1960er und 1970er Jahre habe eine Grundüberlegung als Voraussetzung gehabt, nämlich die internationale Lage mit den Augen des „Kontrahenten“ zu sehen. Er fuhr fort: „Heute im Zeitalter der Atombombe gibt es keine Sicherheit für ein Land oder eine Gruppe von Ländern, sondern nur noch eine gemeinsame Sicherheit“, die durch eine „neue Entspannungspolitik“ erreicht werden müsse.

Ein Grußwort sprach der Vizekonsul vom Generalkonsulat der Russischen Föderation in Hamburg Alexei Skosyrev. Er wies unter anderem darauf hin, dass der deutsche Faschismus nicht nur den multiethnischen Staat Sowjetunion zerstören, sondern auch die Bevölkerung entweder versklaven oder ausrotten wollte. Der Roten Armee sei es zu verdanken, dass Hitler nicht zum Ziel kam.

Für das Bremer Friedensforum sprach Pastor i.R. Hartmut Drewes. Er wies an seiner eigenen Biografie auf, welch eine Feindschaft und Phobie in den vierziger und fünfziger Jahren in Deutschland gegenüber den Russen herrschte. Leider werden diese von der NATO erneut belebt. Um so mehr gilt es heute, die Verbrechen des deutschen Faschismus im Osten Europas in Erinnerung zu behalten, beziehungsweise überhaupt erst in Erinnerung zu bringen.

Auf der Kundgebung brachten der Bremer „Russischer Chor Rodina“ und andere Musiker russische Lieder zu Gehör, die besonders in der Zeit des Zweiten Weltkriegs in der Sowjetunion oft gesungen wurden. Außerdem wirkten folgende Musiker mit: Vadim Kulitsky und Wladimir Papadopoulos, Gitarre, Alexander Kulitzky, Geige sowie Valeri Holstein und Alexander Herzenberg, Bajan. Die Musik bewegte und begeisterte die Menschen.

Irene Baumann und Heidi Jürgens trugen das Gedicht „Meinst du, die Russen wollen Krieg“ von Jewgeni A. Jewtuschenko vor. Arnold Saraschinskij beeindruckte durch eine Pantomime, die Schrecken und Hoffnung darstellte.

Die Veranstaltung moderierten für die Veranstalter „Bremer Friedensforum“ und „Deutsch-Russische Friedenstage Bremen e.V.“ Barbara Heller (deutsch) und Irene Baumann (russisch)

Links zu Videos:

Vor 80 Jahren #22juni #22juni41 #DRF2021



https://www.youtube.com/watch?v=l70L72b5Unk











Download: Redebeitrag Hartmut Drewes
Download: Redebeitrag Prof. Dr. Peter Brandt

Text: Hartmut Drewes
Fotos: Hartmut Drewes und Ekkehard Lentz
Erstellt am: 24.06.2021
Bilder:
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