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Barbara Heller

Kreta 1941 bis 1945 mahnt heute vor der wachsenden deutschen Militärpolitik Ausstellung in Bremen eröffnet

Unter großer Beteiligung wurde die Ausstellung "Zeit des Schreckens: Die Wehrmacht auf Kreta 1941 – 1945" in der Villa Ichon in Bremen eröffnet. Im vollbesetzten Saal sprach Arn Strohmeyer – ein Kenner der Insel seit 50 Jahren – über die Verbrechen der Deutschen Wehrmacht mit Massakern an der Zivilbevölkerung auf der Insel. So wurden z.B. etwa 40 Dörfer dem Erdboden gleichgemacht und etwa 9000 Zivilisten umgebracht. Dabei war für viele Zuhörer*innen neu, dass das britische Militär nach der Kapitulation der Nazitruppen auf Kreta am 9. Mai 1945 diese zur Hilfe nahm, um die griechischen Partisanen zu entwaffnen.
Barbara Heller, Sprecherin des Bremer Friedensforum, zog in ihrem Beitrag Bezüge zur Gegenwart. Sie nannte u.a. die Weigerung Deutschlands, Entschädigung an die griechische Bevölkerung zu zahlen, und die Diffamierung des griechischen Volkes im Zuge der Schuldenkrise ab 2010. Heller betonte weiter, dass die Nichtaufarbeitung der Verbrechen deutscher Truppen in Griechenland, wie auch in Jugoslawien und der Sowjetunion dazu beigetragen hat, eine beängstigende Militärpolitik zu betreiben, verbunden mit Aufrüstung, Kriegseinsätzen im Ausland und Großmanövern an der Grenze Russlands.
Die sehr eindrückliche Ausstellung ist bis zum 22. Februar in der Villa Ichon zu sehen. Öffnungszeiten sind: Mo. bis Sa. 11 bis 13 Uhr, Mo. bis Fr. 16 bis 20 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Fotos: Arn Strohmeyer mit einem Gast vor der Karte der Verbrechensorte auf Kreta, zwei Wehrmachtsoffiziere auf Kreta, zwei griechische Männer vor der Hinrichtung, Ermordete Kreter, Arn Strohmeyer und Barbara Heller

Text und Fotos: Hartmut Drewes

Download: Rede Barbara Heller
Download: Rede Arn Strohmeyer
Erstellt am: 18.01.2020
Bilder:
19:26:57
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