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Ernst Busche (Foto: Hartmut Drewes/honorarfrei)
Pressemitteilung vom 1. Dezember 2019


Ernst Busche gestorben

Bremen. Das Bremer Friedensforum trauert um einen seiner Mitbegründer: Dr. Ernst Busche starb am Freitag, 29. November, nach langer Krankheit im Alter von 87 Jahren in der Hansestadt.

Ernst Busche wurde in den 1970er Jahren bekannt als Sprecher der Bürgeraktion Garlstedter Heide, die sich gegen die Stationierung der US-Panzerbrigade "Hell on Wheels" nördlich Bremens wehrte. Bundesweit legendär ist sein Einsatz für den Krefelder Appell gegen die Stationierung neuer Atomraketen in Europa, er sammelte allein circa 16.000 Unterschriften. Als Busche gefragt wurde, ob er glaube, dass Unterschriften Kriege verhindern würden, gab er zur Antwort: "Wenn alle unterschrieben haben, geht keiner mehr hin".

Als ihn ein bremischer Senator einmal "Berufsdemonstrant" nannte, beleidigte ihn das nicht - im Gegenteil, es spornte ihn in seinem Engagement an: "Ich verstehe mich als Bürgeraktionär, der keine Aktien hat, aber immer für eine Aktion ist. Und das Wort Bürger steht für Menschenrechte." Mit mindestens zwei oder drei Meinungsbuttons am selbstgestrickten Pullover, einem Plakat mit Friedens- und Abrüstungsparolen und einer Unterschriftenliste war Ernst Busche auf unzähligen Demonstrationen, Aktionen und Veranstaltungen in Bremen und im Bundesgebiet immer ganz vorne zu sehen.

Ernst Busche unterstützte neben der Friedensbewegung auch internationale Solidaritätsaktionen, antifaschistische Initiativen, die Anti-Kernkraft-Bewegung, Umweltgruppen für bessere Verkehrswege für Fahrradfahrer, die Proteste gegen die Berufsverbote-Praxis in der Bundesrepublik und vieles mehr. In den 80er Jahren kandidierte er auch für "Die Friedensliste" zu Wahlen.

Seine Erfahrungen in der außerparlamentarischen Bewegung hat Ernst Busche in dem Buch "Aus dem Leben eines Bürgeraktionärs" 1997 im Donat-Verlag zusammengestellt. Darin schildert er seine Entwicklung vom Sohn bürgerlich-nazifreundlicher Eltern zum aktiven Friedenskämpfer und Umweltschützer. Bereits damals äußerte sich Busche sorgenvoll: "Wir zerstören die Welt selbst, durch Umwelteinflüsse, zu viele Straßen, zu viele Autos..."

Das Bremer Friedensforum verliert mit Ernst Busche einen sehr guten, treuen Freund und solidarischen Mitstreiter. Unser Mitgefühl gilt seiner Frau, seiner Tochter und seiner Familie.

Eine Anzeige Zu seinem Tod erscheint am Samstag den 07.12.2019 im Weser Kurier.
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