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Atomwaffenverbot – Abrüstung – Entspannung, Bremer Ostermarsch mit über 1000 Teilnehmer*innen

„Deutsche Truppen schon wieder 150 Kilometer von St. Petersburg entfernt“
Nach einer Auftaktkundgebung vor dem Bremer Hauptbahnhof, bei der die Songgruppe „Widersteh!“ viel Schwung verbreitete und der Redner Reiner Braun schon kurz zu Wort kam, setzte sich ein langer Zug von über tausend Menschen mit vielen Transparenten, Fahnen und Schildern in Bewegung. Ein Demonstrant erinnerte auch an den verhafteten Assange, der die Verbrechen der USA im Irakkrieg öffentlich gemacht hatte.
Auf dem Marktplatz begrüßte Eva Böller vom Sprecherkreis Bremer Friedensforum die Anwesenden und moderierte die Schlusskundgebung. Zunächst gab es eine Performance der „Putzkolonne“ von der Bewegung „aufstehen“. In ihrem Vortrag hieß es u.a.:
„Nehmt den Besen in die Hand
keine Atomwaffen in Euroland!
Weg mit dem ganzen Kriegsgerät,
sonst ist´s für unsere Kinder zu spät!“

Die Hauptrede hielt Reiner Braun, Präsident des Internationalen Friedensbüros (IPB) und Mitinitiator der Kampagnen „Abrüsten statt aufrüsten“ und „Stopp Air Base Ramstein“. Er sprach sich in Bremen gegen das Nato-Ziel aus, bis 2024 zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Rüstung und Militär auszugeben. Das Geld werde anderweitig gebraucht. Er widersprach scharf den Überlegungen, weitere Atomwaffen in Europa zu stationieren und lobte in diesem Zusammenhang die Bremische Bürgerschaft, die von der Bundesregierung die Unterzeichnung des Atomwaffenverbotsvertrages fordert. Braun richtete sich weiter scharf gegen die Militarisierung der EU. Er sagte wörtlich „EU Europa heißt heute hemmungslose Aufrüstung!“ Er bemerkte dabei auch, wie geschichtsvergessen die bundesdeutsche Politik ist und heute schon wieder 150 Kilometer von St. Petersburg (früher Leningrad) entfernt Truppen stehen hat, und das im Gegensatz zur Mehrheit der deutschen Bevölkerung, dir sich zu 70 Prozent für eine Politik der Freundschaft und Kooperation mit Russland ausspricht.
Als zweite Person sprach die Bremerin Dilan Koc, deren Vater Yüksel Koc mit 7000 anderen Kurden im Hungerstreik befindet, schon zweimal in die Klinik eingeliefert werden musste und sich in Lebensgefahr befindet. Die Hungerstreikenden verlangen ein Ende der Isolationshaft von Abdullah Öcalan, in der er sich seit 20 Jahren befindet und fordern die Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen, die Erdogan abgebrochen hatte.
Mitreißend war die Musik des „Trio del Sur“ mit den Musikern Gert Woyczechowski, Uli Simon und Choche Ballestros. Nach großem Beifall gab es eine Zugabe, in der Uli Simon auf einer lateinamerikanischen Flöte blies.
Während der Kundgebung wurden weit über 100 Unterschriften für den Aufruf „Abrüsten statt aufrüsten“ unterzeichnet.
21 Bremer Organisationen haben den Aufruf des Bremer Friedensforum zu dieser Ostermarschveranstaltung unterstützt, u.a. IALANA, IPPNW, der DGB, die GEW, der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt, Pax Christi, VVN-Bund der Antifaschisten, aufstehen, die DFG-VK und die Bremische Stiftung für Rüstungskonversion und Friedensforschung.
Text und Fotos, Hartmut Drewes, Bremer Friedensforum

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Download: Rede Gerhard Baisch
Download: Rede Reiner Braun
Download: Rede Horst Otto
Erstellt am: 23.04.2019
Bilder:
23:29:03
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