Aktuelles

Autorin Els de Groen (Elly Kouwenhoven)

Nützliche Idioten im Namen des Volkes

Bremen. Am Mittwoch, den 10. Oktober, präsentiert die niederländische Autorin Els de Groen (Elly Kouwenhoven) um 19:30 Uhr in der Villa Ichon, Goetheplatz 4, ihre Betrachtungen über den grundlegenden Wandel Europas 1985/2017 in einer Kombination von Fotos und Lesung unter dem Titel „Nützliche Idioten, Im Namen des Volkes“.

Beunruhigt wegen des Rüstungswettlaufs besuchte Els de Groen 1984 die Sowjetunion. Sie schrieb Bücher über Atomkraft und Radioaktivität. Gemeinsam mit dem russischen Autoren Eduard Uspenski gewann sie 1989 den Arkadi Gaidar Preis. Aus Sorge über die Lage in Ost-Europa, über die Korruption mit EU-Geldern und die Lage der Roma kontaktierte sie 2002 das Europäische Parlament. 2004 bis 2009 saß die niederländische Abgeordnete von Europa Transparant in der Gruppe der Europäischen Grünen, setzte sich intensiv ein für die Interessen und kulturelle Identität der Roma.

Solidarität in einer Zeit von Egoismus und Materialismus empfindet sie als sehr wichtig, tritt auf gegen Gehirnwäsche und Zynismus. Schwerpunktthemen sind Demokratie und Minderheitsrechte in Ost-Europa, die Konsequenzen und Strahlungsrisikos von Uranwaffen, die z.B. 1999 auf dem Balkan eingesetzt wurden. Els de Groen nutzte ihr Mandat, um Reisen nach Ost-Europa zu intensivieren, traf sich nicht nur mit der Bevölkerung, sondern auch mit Vertretern der Regierungen. 2006 organisierte sie in Sofia eine Konferenz, die zur Öffnung der Archive des bulgarischen Geheimdiensts Darzavna Sigurnost führte Nach ihrem Abschied vom Parlament gründete sie Khetanes, eine internationale künstlerische Bewegung, die sich einsetzt für die Rechte von Roma und Sinti.

Insgesamt hat de Groen 50 Bücher publiziert, Romane, Kinderbücher, Poesie und Sachliteratur. Ihr Werk ist in 13 Sprachen übersetzt, mit einer Auflage von 1,7 Millionen. Unter dem Titel „Nützliche Idioten, Im Namen des Volkes“ erscheint jetzt ihr Buch zur Frankfurter Buchmesse in deutscher Sprache und um 40 Bilder erweitert, verlegt im Medu Verlag, Dreieich. Sie schreibt darin über ihre Arbeit im Parlament, über den Mangel an Mitsprache der Roma und Sinti, über die Angst vor Einwanderern, und über das Anwachsen des Rechtspopulismus, der den Rechtsstaat schwächt.

Die Lesung am 10. Oktober erfolgt zeitgleich mit dem Erscheinen des Buches auf der Frankfurter Buchmesse. Ihre Lesereise führt sie zum Uranium Filmfestival am 13./14. Oktober in Berlin. Anschließend will sie in Leipzig lesen, im November in Köln und Aachen. Der Preis beträgt 9,95 Euro. Veranstalter der Lesung sind Freunde und Förderer der Villa Ichon, Bremer Friedensforum und VVN-BdA.
Erstellt am: 21.09.2018
11:26:55
Newsletter
Soziale Netzwerke