Aktuelles

Antikriegstag am 1. September in Bremen

400 bis 500 Menschen bei der Kundgebung auf dem Marktplatz. Veranstaltung mit Wolfgang Lemb (IG Metall) am Vorabend.

Nicht nur das Bremer Friedensforum und der DGB Bremen riefen zur Kundgebung am Antikriegstag gemeinsam auf, auch die Bremer SPD und die Die LINKE in Bremen verfassten Aufrufe.

Zur Begrüßung sprach für den Senat Staatsrätin Ulrike Hiller, die die Bevollmächtigte der Freien Hansestadt Bremen beim Bund, für Europa und Entwicklungszusammenarbeit ist. Sie trat für eine Friedenspolitik ein und wies auf den Beschluss der Bürgerschaft hin, das Anliegen von ICAN zu unterstützen, dass die Bundesrepublik dem Atomverbotsvertrag beitritt.
Nach ihr sprach Wolfgang Lemb vom Bundesvorstand der IG Metall. Er hielt eine sehr kämpferische Rede, die oft mit Beifall unterbrochen wurde. Gegen die Militarisierung in Deutschland sagte er zum Ende seiner Rede hin wörtlich: „Wir wollen eine Politik der Abrüstung und Konfliktprävention, der sozialen Gerechtigkeit und der internationalen Solidarität. Die muss statt in militärische Aufrüstung in sozial-, bildungs- und arbeitsmarktpolitische Aufgaben investieren. So kommen wir ans Ziel!“
Als Dritter sprach Markus Westermann Geschäftsführer von ver.di Bremen-Nordniedersachsen. Er machte deutlich, welche Millionen und Milliarden der Zivilgesellschaft durch die Aufrüstung in Deutschland verloren gehen. Er sprach sich deswegen wie schon Lemb vor ihm gegen den Plan aus, die Kosten für Militär und Rüstung auf zwei Prozent des Bruttosozialprodukts zu erhöhen.
Jens-Volker Riechmann rezitierte am Ende der Kundgebung den Prosatext von Wolfgang Borchert „Da gibt es nur eins: Sag nein!“ Viele sprachen das sich wiederholende „Sag nein!“ laut mit.
Barbara Heller, Sprecherin des Bremer Friedensforum, die die Kundgebung moderiert hatte, sagte, dass die Kundgebung, an der auch Abgeordnete der Bremer Bürgerschaft, des Bundestages und Europaparlaments teilgenommen hatten, eine Ermutigung für die weitere Friedensarbeit sei. Die Unterschriftenlisten für den Aufruf „Abrüsten statt aufrüsten“ die zum Mitnehmen ausgelegt waren, waren schnell vergriffen, die „zeitung gegen den krieg“ und die Zeitung der Kampagne „Abrüsten statt aufrüsten“ ebenfalls.

Am Vorabend des Antikriegstages fand eine Veranstaltung im Bremer DGB-Haus statt. Auf ihr sprach ebenfalls Wolfgang Lemb. Er machte Ausführungen zum Thema „Gewerkschaften streiten für Frieden, Abrüstung und Rüstungskonversion.“ Dabei ging es auch um Konversion in der Rüstung. Vor ihm stellte Peter Ansorge die geplante Aktion der „Bremischen Stiftung für Rüstungskonversion und Friedensforschung vor, einen Button für die Firmen einzuführen, die rüstungsfrei arbeiten.
Im Anschluss gab es eine einstündige, zum Teil kontroverse Diskussion. In ihr wies Barbara Heller auf die Gefahr eines dritten Weltkrieges hin. Der wird möglich nicht nur durch die Tatsache, dass wir, d.h. die USA, zusammen mit Europa und Japan, so maßlos die Ressourcen ausbeuten, dass, wenn das die übrige Welt tun würde, wir fünf Erden bräuchten. Dazu könnte die Machtverschiebung durch die wirtschaftliche Entwicklung Chinas zu einer Polarisierung zwischen den USA und des gesamten Westens einerseits und Russland und China andererseits und damit zu einem Krieg führen.
Die Veranstaltung moderierte Caren Emmenecker von „Arbeit und Leben“ in Bremen. Sie ging am Anfang des Abends auf die Ereignisse in Chemnitz ein.


Artikel im Weser Kurier


Downloads:

Rede von Wolfgang Lemb, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied IG Metall

Rede von Markus Westermann, ver.di Bezirksgeschäftsführer Bremen-Nordniedersachsen


Text und Fotos: Hartmut Drewes, Bremer Friedensforum
Erstellt am: 02.09.2018
Bilder:
03:30:39
Newsletter
Soziale Netzwerke