History: Bunker „Hornisse“

 

Die Anbringung einer Erinnerungstafel für KZ-Häftlinge am Bunker „Hornisse“ in der Kap-Horn-Straße in Gröpelingen ist nun gesichert, bis auf den konkreten Termin. „Hier sollte 1944/45 der U-Bootbunker “Hornisse“ entstehen. Zur Erinnerung an das Leiden und Sterben der dabei eingesetzten Häftlinge aus den KZ-Außenlagern Rießpott, Schützenhof und Blumenthal wurde diese Mahntafel errichtet“. Diese Worten benennen die Leiden Hunderter von Neuengamme-Häftlingen, die hier in Sklavenarbeit U-Bootteile fertigen sollten.

Stalingrad hatte längst die Kriegswende eingeleitet. Der Einsatz von Radar über dem Atlantik führte den größten Teil der U-Bootbesatzungen in ein stählernes Grab. Dennoch sollte die U-Bootwaffe nach Willen der Herren des III. Reiches verstärkt eingesetzt werden. Im Bunker Farge sollten vorgefertigte Bausegmente des Boottyps XXI zusammengebaut werden. Die Firma Hermann Möller aus Wilhelmshaven erhielt im Februar 1944 den Auftrag, ein Baudock auf der A.G.Weser in eine verbunkerte Sektionswerft umzubauen. Der Bunker „Hornisse“ hätte 360 m lang und 60 m breit werden sollen. 3.210 Menschen hätten hier monatlich 42-56 U-Bootsegmente fertigen sollen. Zu Kriegsende war der Bunker zu 75% fertiggestellt.

Von August/September 1944 bis zur Zerstörung der Baustelle und der großen Baukräne durch einen Bombenangriff am 30. März 1945 wurden Häftlinge des KZ Neuengamme unter Oberaufsicht der Organisation Todt im Bunker „Hornisse“ oder in den ebenfalls umzäunten und bewachten Hallen 3 und 5 der A.G.Weser eingesetzt. Auf Schleppkähnen wurden sie vom Lager Riespott zum Bunker gebracht oder von Bahrs Plate in Blumenthal auf offenen Wagen mit Hänger. Andere mussten täglich den Weg vom Schützenhof über die Moorstraße und die Lindenhofstraße zurücklegen.

Diesen Weg der KZ-Häftlinge durch Gröpelingen sind 2004 und 2005 Gröpelinger mit Zeitzeugen nachgegangen, gemeinsam mit der Geschichtswerkstatt Gröpelingen, dem Arbeiterverein Use Akschen, Betriebsrat und Vertrauenskörperleitung der Stahlwerke Bremen und der Stadtteilinitiative „Kultur vor Ort“.

Ansprechpartner: Raimund Gaebelein, Telefon (0421) 6163215