Bremer Friedensforum Presseinformation 2.9.2008 Anti-Kriegszeichen mit dem Denkmal "Dem unbekannten Deserteur" gesetzt BREMEN. Mit rund 170 Kundgebungen, Mahnwachen, Diskussions- und Gedenkveranstaltungen, Rad-Rundfahrten, Ausstellungen, Konzerten und Friedensfesten meldeten sich Friedensgruppen und Gewerkschaften in ganz Deutschland zum Antikriegstag zu Wort. Am 1. September 1939 begann mit dem deutschen Überfall auf Polen der Zweite Weltkrieg. In Bremen wurde ein deutliches Anti-Kriegszeichen mit dem Denkmal "Dem unbekannten Deserteur" gesetzt. Der Bremer Künstler Joachim Fischer baute auf dem Marktplatz sein Denkmal "Dem Unbekannten Deserteur" zwischen den rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Friedenskundgebung auf. Der Hauptredner Ludwig Baumann, der 1942 aus der Wehrmacht desertierte, machte seine Zuhörerinnen und Zuhörer betroffen, als er von seinen Leiden in der Haft und den Unterdrückungen des Naziregimes berichtete. Außerdem sprach Dorothea Hoffmann-Behm von der Georg-Elser-Initiative, die im kommenden Jahr eine Ausstellung "Was damals Recht war...? Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht?" in Bremen organisiert. Die Kundgebungsteilnehmer, die sich mit zahlreichen Plakaten versammelt hatten, setzten sich nach den Reden in einem langsamen Zug, begleitet von der Gruppe "Lauter Blech" mit ihrer eindrucksvollen Musik, zur Altmannshöhe in den Wallanlagen in Marsch, wo das Denkmal aufgebaut wurde. Dort erinnerte Joachim Fischer an die faschistische Vergangenheit der Altmannshöhe und betonte, dass es höchste Zeit wäre, hier endlich "Dem unbekannten Deserteur" ein Denkmal zu setzen. Wieland von Hodenberg vom Bremer Friedensforum berichtete von dem Schriftwechsel mit Bürgermeister Jens Böhrnsen, der es abgelehnt hatte, sich für ein Deserteursdenkmal an zentraler Stelle einzusetzen. Begründung: im Gustav-Heinemann-Bürgerhaus in Vegesack und an der kleinen Weser für Johann Gottlieb Seume stünden bereits entsprechende Denkmäler. Von Hodenberg warb auch für die Aufnahme und Betreuung heutiger Deserteure, "die Sand ins Getriebe aller Kriege werfen und damit zu deren Verkürzung beitragen können..." Im Mittelpunkt der diesjährigen Antikriegstags-Aktionen stand die Beteiligung der Bundeswehr am Afghanistan-Krieg. Geworben wurde für die in Berlin und Stuttgart geplanten Demonstrationen gegen den Afghanistankrieg am 20. September. Die Friedensbewegung will kurz vor der geplanten Mandatsverlängerung und -aufstockung durch den Deutschen Bundestag die breite Ablehnung dieses gescheiterten Einsatzes deutlich machen und Alternativen dazu propagieren. Busse fahren in Bremen um 6 Uhr ab ZOB. Fahrkarten gibt es beim Bremer Friedensforum (Telefon 35 58 16). "Der jüngste Vorfall - die Tötung von Zivilisten diesmal durch Bundeswehrsoldaten - sollte die verantwortlichen deutschen Politiker dazu bewegen, innezuhalten und sich Alternativen zur programmierten weiteren Eskalation zu öffnen", erklärte Kundgebungsleiterin Barbara Heller vom Bremer Friedensforum auf dem Marktplatz. Die Reden von Ludwig Baumann (mp3-Datei), von Wieland von Hodenberg und von Joachim Fischer sind abrufbar von http://www.dielinke-bremen.de/ . Anhang: 2 Fotos, honorarfrei Bildunterschriften: Foto 1: Das Bremer Friedensforum erinnerte mit anderen Friedensgruppen und der Gruppe "lauter Blech" an den Beginn des 2. Weltkriegs vor 69 Jahren. Foto: Hartmut Drewes Foto 2: Die Redner der diesjährigen Antikriegstagsaktion auf der Altmannshöhe mit dem Denkmal "Dem unbekannten Deserteur": Dorothea Hoffmann-Behm, Joachim Fischer, Ludwig Baumann und Wieland von Hodenberg. Foto: Ekkehard Lentz ___________________________________
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