Rüstung in Bremen

Kritik an Kooperation der Hochschule Bremen mit der Bundeswehr

Unterzeichnung des Kooperationsvertrags; in der Mttte die Rektorin der Hochschule Bremen Prof. Dr. rer. pol. Karin Luckey (presseportal.de)
Pressemitteilung des Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIfF) zur Kooperation der Hochschule Bremen mit der Bundeswehr

Das Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIfF) protestiert gegen die jüngst beschlossene Kooperation der Hochschule Bremen mit der Bundeswehr im dualen Frauenstudiengang Informatik und erklärt sich solidarisch mit seinem Beiratsmitglied Ralf E. Streibl, der seine Lehrtätigkeit im Rahmen des Frauenstudiengangs wegen dieser Kooperation einstellen wird. Unter der Adresse http://www.kramschubla.de/hsb ist sein offener Brief an die Rektorin der Hochschule Bremen zu finden. 

Der Akademische Senat der Hochschule Bremen hat die Einrichtung des Studiengangs beschlossen: Ab dem Wintersemester 2016/2017 sollen im Rahmen der fast 40 Studienplätze des Frauenstudiengangs bis zu neun von der Bundeswehr angeworbene Frauen ihr Studium aufnehmen. Es ist höchst bedenklich, der Bundeswehr direkten Zugang zur Hochschule Bremen als einer zivilen Bildungseinrichtung zu gewähren und dort Informatikerinnen für den Krieg auszubilden. Auf der Webseite bundeswehrkarriere.de wird für das Bachelorstudium im technischen Bereich u.a. mit der Aussage geworben: „Sie werden in internationalen Einrichtungen der Rüstungskooperation eingesetzt und arbeiten oft mit Vertretern europäischer Partnerstaaten, den USA sowie der ausländischen Industrie zusammen. Sie arbeiten im Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung. ...“. Dort wird die Hochschule Bremen als einer von sieben Studienorten genannt. 

FIfF-Vorstandsmitglied Prof. Dr. Hans-Jörg Kreowski betont: „Bei der Kooperation handelt es sich um einen krassen Verstoß gegen die Zivilklausel der Hochschule, in der es heißt: ,Studium, Lehre und Forschung an der Hochschule Bremen dienen ausschließlich friedlichen Zwecken. Der Akademische Senat lehnt die Beteiligung von Wissenschaft und Forschung an Projekten mit militärischer Nutzung bzw. Zielsetzung ab ...'. Diese Formulierung ist auch ganz im Sinne des Bremischen Hochschulgesetzes, in dem in § 4 Absatz 1 als eine Aufgabe herausgestellt wird: ,Die Hochschulen verfolgen in Forschung, Lehre und Studium ausschließlich friedliche Zwecke.' Eine Kooperation mit der Bundeswehr kann diesem Grundsatz in keiner Weise genügen.“ 

Kreowski weiter: „Wir sehen einen direkten Zusammenhang zwischen der verstärkten Präsenz des Militärs in zivilen Bildungseinrichtungen und den Plänen der Bundesregierung, neben Heer, Marine und Luftwaffe einen neuen militärischen Organisationsbereich für den Cyber- und Informationsraum (CIR) aufzustellen, was für sich genommen bereits eine äußerst problematische Entwicklung im weltweiten Rüstungswettlauf darstellt.“ 

In diesem Rahmen sollen insgesamt 13.500 Dienstposten geschaffen werden, von denen die meisten durch Wechsel aus anderen Bereichen der Streitkräfte besetzt werden. Aber mehrere Hundert mpresse/pressemitteilungen/fiff-kritisiert-kooperation-der-hochschule-bremen-mit-der-bundeswehrüssen auch neu eingestellt werden, so dass die Bundeswehr Absolventinnen und Absolventen von Hochschule und Universität über längere Zeit abgreift und damit der zivilen Gesellschaft in Zeiten des Fachkräftemangels im Informationstechnik-Bereich schadet.

„Wir fordern die Leitung der Hochschule Bremen auf“, schließt Hans-Jörg Kreowski, „sofort von dem Kooperationsvertrag mit der Bundeswehr zurückzutreten und sich auf die Zivilklausel zu besinnen, also Studium, Lehre und Forschung ausschließlich und vollständig zivil auszurichten!“

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Prof. Dr. Hans-Jörg Kreowski
email: kreo(at)fiff.de

17:40:42
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