Rüstung in Bremen

Bremen: Tendenz in Richtung Pazifismus?

Die Czech Army Central Band marschiert durch die Bremer Innenstadt
Innerhalb von zwei Tagen wurden in Bremen zwei Entscheidungen öffentlich, die für die Stadt mit der größten Rüstungsdichte in Deutschland überraschend sind. Die Rüstungsfirma Rheinmetall Defence baut ihren zivilen Sektor aus und wird für den mexikanischen Ölkonzern ein Trainingszentrum bauen, in dem die Arbeiter für ihren Einsatz auf den Ölplattformen geschult werden. Es geht um einen Auftrag im Umfang von 250 Millionen Euro.

Einen Tag zuvor gab der Bremer Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge bekannt, dass er die jährliche Veranstaltung „Musikschau der Nationen“ im kommenden Jahr einstellen wird, da er nicht mehr die Personalkapazitäten für die Organisation der Veranstaltung hat. Diese Veranstaltung ist ein militärisches Musikspektakel, in dem Militärkapellen aus aller Welt auftreten. Das Bremer Friedensforum hat mehrmals gegen diese Veranstaltung protestiert.

Dazu kommt eine weitere Nachricht: Der auch in Bremen ansässige Konzern Airbus will seine Rüstungssparte verkleinern, indem er die Militärelektronik (Sensoren, Radar und Grenzsicherung) an zwei US-Firmen verkauft. Airbus ist dieser Bereich nicht profitabel genug.

Mit diesen Schritten sind die beiden Firmen und der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge nicht pazifistischer geworden. Betriebsökonomische und arbeitstechnische Notwendigkeiten führten zu diesen Entscheidungen. Aber wenn sie solche Ergebnisse bringen, werden sie vom Bremer Friedensforum begrüßt. Mag diese Tendenz anhalten!

Quellen: Weser-Kurier 28. Und 29. Januar 2016 und Junge Welt 27. Januar 2016

Foto: (c) Weser-Kurier, Frank Thomas Koch
01:24:06
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